Staatliches Doping in der DDR – körperliche und seelische Folgen

Um eine Vorstellung von der generalstabsmäßig geplanten Dopingpraxis in der DDR zu vermitteln, wird einleitend die Entwicklung und Umsetzung des geheimen Staatsplans 14.25 dargestellt, der Grundlage für das staatliche Doping in der DDR war. Anschließend werden die Ergebnisse eines einzelfallorientierten Überblicks referiert, in dessen Rahmen 57 halbstandardisierte Begutachtungsinterviews mit ehemaligen Kaderathleten ausgewertet wurden. In dieser Population kommen Depression, Posttraumatische Belastungsstörung, Anpassungsstörung sowie anhaltende somatoforme Schmerzstörung signifikant häufiger vor als im Bevölkerungsdurchschnitt. Die Zahl degenerativer Erkrankungen erscheint hoch, ebenso Verletzungen in aktiver Zeit, verletzungsbedingtes Karriereende und Virilisierungserscheinungen bei ehemaligen Kaderathletinnen. Das System Staatliches Dopings in der DDR und die aktuelle Situation vieler Betroffener werden vor dem Hintergrund der Ergebnisse kritisch reflektiert.