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Polizistinnen und Polizisten schlägt zunehmend mehr Brutalität entgegen

Die anhaltende Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten in der Bundesrepublik hat alarmierende Ausmaße angenommen. Meine Kolleginnen und Kollegen erleben fast täglich Situationen, in denen ihnen unvermittelt Brutalität entgegen schlägt. Durchschnittlich 200 Beamtinnen und Beamte werden täglich Opfer von Gewalt.
Üble Beleidigungen oder körperlicher Widerstand gehören fast zum Dienstalltag. Wenn Beamtinnen und Beamte heutzutage beispielsweise um Ausweise bitten, müssen sie damit rechnen, mit Fäusten geschlagen oder gefährlichen Werkzeugen angegriffen zu werden. Da es auch immer öfter vorkommt, dass Radmuttern privater Fahrzeuge unserer Kolleginnen und Kollegen gelockert werden, ist das Maß übervoll. Was die Angreifer offensichtlich immer noch nicht verstanden haben, ist, dass sich hinter der Uniform Mütter, Väter, Töchter, Söhne, Freunde, Nachbarn, also Menschen verbergen. Menschen, die die schwierige Aufgabe übernommen haben, unseren Rechtsstaat zu schützen.
Das Schüren und Institutionalisieren einer politischen Misstrauenskultur gegen die Polizei wird als Legitimation für Angriffe verstanden und fördert direkt Attacken gegen Polizeibeamtinnen und –beamten.
Nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) wurden im vergangenen Jahr 36.126 Fälle von „Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen“ polizeilich registriert, fast 3.000 Fälle mehr als 2018.

Traumajournalismus

„Seit dem Loveparade-Unglück habe ich immer einen schwarzen Blazer im Kofferraum, wenn ich zu Live-Einsätzen fahre“, erklärte eine junge Fernsehjournalistin bei einem Seminar zum Thema „Trauma und Journalismus“. Sie will nie wieder in die Situation kommen wie 2010, als sie im bunten Sonnenblumen-T-Shirt plötzlich live im Fernsehen über eine Massenpanik mit vielen Toten berichten musste. Einfach, weil sie – eigentlich als Party-Reporterin für WDR Eins Live im Einsatz – mittendrin war, als die Katastrophe passierte. Und die Kameras auch.
Schulungen für Medienschaffende, wie sie über Tod, Katastrophen und menschliches Leid berichten sollen, sind selten. Dabei haben sie nicht nur in Kriegsgebieten, sondern besonders auch im Lokaljournalismus, quasi jeden Tag mit Suiziden, Unfällen, sexualisierter Gewalt und anderen schlimmen Themen zu tun.
Claudia Fischer beschäftigt sich als Medienpädagogin, Lokal- und Fachreporterin mit diesem Thema seit ca. 20 Jahren und richtet ihren Blick auf „die Medien“, die Macherinnen und Macher, natürlich auf die Menschen, über die berichtet wird, aber vor allem auch auf das Publikum.