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Staatliches Doping in der DDR – körperliche und seelische Folgen

Um eine Vorstellung von der generalstabsmäßig geplanten Dopingpraxis in der DDR zu vermitteln, wird einleitend die Entwicklung und Umsetzung des geheimen Staatsplans 14.25 dargestellt, der Grundlage für das staatliche Doping in der DDR war. Anschließend werden die Ergebnisse eines einzelfallorientierten Überblicks referiert, in dessen Rahmen 57 halbstandardisierte Begutachtungsinterviews mit ehemaligen Kaderathleten ausgewertet wurden. In dieser Population kommen Depression, Posttraumatische Belastungsstörung, Anpassungsstörung sowie anhaltende somatoforme Schmerzstörung signifikant häufiger vor als im Bevölkerungsdurchschnitt. Die Zahl degenerativer Erkrankungen erscheint hoch, ebenso Verletzungen in aktiver Zeit, verletzungsbedingtes Karriereende und Virilisierungserscheinungen bei ehemaligen Kaderathletinnen. Das System Staatliches Dopings in der DDR und die aktuelle Situation vieler Betroffener werden vor dem Hintergrund der Ergebnisse kritisch reflektiert.

Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen im Verantwortungsbereich der katholischen Kirche – Einige Ergebnisse der MHG-Studie

Sexueller Missbrauch im institutionellen Kontext der katholischen Kirche zeichnet sich hinsichtlich der Täter, der Tatkontexte und der Betroffenen durch einige Besonderheiten aus. Im Vortrag werden diesbezüglich einerseits Ergebnisse aus internationalen Studien zu diesem Thema vorgestellt, z.B. aus der  John-Jay Studie aus den USA,  aus der Untersuchung der Royal Commission in Australien und aus anderen internationalen Studien, die im Rahmen einer systematischen Literaturrecherche bekannt sind. Darüber hinaus werden Ergebnisse der MHG- Studie referiert, die die Thematik des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen im Kontext der 27 Diözesen in Deutschland untersucht hat. Ziel der MHG- Studie war es, den sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Verantwortungsbereich der Deutschen Bischofskonferenz in der Zeitspanne von 1946 bis 2014 zu erfassen und einer wissenschaftlichen Analyse zu unterziehen. Ergebnisse zu folgenden Forschungsfeldern der MHG-Studie werden im Vortrag berichtet:

  1. die zahlenmäßige Abschätzung der Häufigkeit des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz
  2. die Beschreibung und Analyse von Merkmalen der Missbrauchstaten sowie der Beschuldigten- und Betroffenengruppen
  3. die Identifikation und Analyse von Strukturen innerhalb der katholischen Kirche, die das Geschehen möglicherweise begünstigen