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„…Ich dachte, das hört nie mehr auf!“ – Cybermobbing im Kindes- und Jugendalter – Folgen für die Betroffenen und Möglichkeiten der Prävention und Intervention in der Lebenswelt Schule

Cybermobbing ist ein häufig z.B. im Schulkontext diskutiertes Phänomen und geht mit zum Teil erheblichen psychischen Folgen für die Gemobbten – aber auch für die Kinder und Jugendlichen, die andere mobben – einher. Im klinischen Kontext kann bei verschiedenen Störungen im Kindes- und Jugendalter (z.B. Angststörungen, Depression, Schulmüdigkeit, psychosomatische Beschwerden) Cybermobbing eine Rolle spielen, dennoch liegen bisher nur wenige evidenzbasierte Verfahren zur Therapie mit direktem Bezug zum Cybermobbing bzw. generell zum Mobbing in der Schule vor. Auch evidenzbasierte Präventionsmaßnahmen an Schulen, die Cybermobbing entgegenwirken oder bei ersten Problemen mit Cybermobbing sinnvolle Interventionen im Umgang mit dem Phänomen anbieten, sind nach wie vor rar. Im Vortrag wird das Phänomen Cybermobbing, Ausdrucksformen, Folgen, Möglichkeiten des Erkennens von Betroffenen sowie Entstehungsbedingungen auf der individuellen, Gruppen/Schulklassen-, sowie familiären Ebene erläutert und Möglichkeiten der Prävention und Intervention in der Lebenswelt Schule mit dem Programm Medienhelden (Schultze-Krumbholz, Zagroscak, Roosen-Runge & Scheithauer, 2018) vorgestellt. Zudem werden viele Beispiele für Methoden und Materialien aus dem Programm gegeben.

Schultze-Krumbholz, A., Zagroscak, P., Roosen-Runge, A., & Scheithauer, H. (2018). Medienhelden: Unterrichtsmanual zur Förderung von Medienkompetenz und Prävention von Cybermobbing, 2. überarb. Aufl. München: Reinhardt.

Aufnahmen von Aussagen in der Therapie: Ein Ausweg aus dem traumatherapeutischen Dilemma?

Viele Therapeut*innen sind wohlvertraut mit dem traumatherapeutischen Dilemma, in dem sich Patient*innen befinden, solange das traumatisierende Ereignis Gegenstand laufender juristischer Verfahren ist oder solcher künftiger Verfahren werden könnte. Sobald eine Traumatherapie begonnen wurde, kann die Aussage als Zeuge oder Zeugin nicht mehr durch die Aussageanalyse bekräftigt werden, da nicht mehr ausgeschlossen werden kann, dass die Aussage durch suggestive oder verzerrende Einflüsse verfälscht wurde. Das Dilemma zwischen Gesundheit und Glaubhaftigkeit wird häufig dadurch verschärft, dass mangels anderweitiger Beweise ohne die gutachterlich überprüfte Aussage von Patient*innen Angeklagte freigesprochen werden. Zwar wird sich dieses Problem nicht vollends lösen lassen, möglicherweise aber jedenfalls für einige Patient*innen mildern. In diesem Vortrag soll ein aus juristischer Sicht entwickelter Vorschlag vorgestellt und diskutiert werden, und zwar die Anfertigung von Aussagesurrogaten durch Patient*innen im Rahmen der Therapie, ggf. unter Anleitung von Therapeut*innen.