Einflussnahme des Dritten Raumes auf Beziehungs- und Prozessgestaltung in der Kunsttherapie

Einflussnahme des Dritten Raumes auf Beziehungs- und Prozessgestaltung in der Kunsttherapie

Judith Zink

Für die therapeutische Arbeit mit traumatisierten Menschen erweist sich der Einbezug des sogenannt dritten Raumes, welcher auf Bild- Werk und Imaginationsebene als Projektionsfläche für verschiedenste Aspekte dient, als besonders unterstützend. Der Einbezug dieses dritten Raumes entlastet die zwischenmenschliche Beziehung. Die kunsttherapeutische Arbeit im dritten Raum ermöglicht, mit Abgespaltenem in Kontakt zu kommen, Neues zu wagen und Selbstwirksamkeit zu erleben.
Die verschiedenen Qualitäten des Zugangs zu kreativen Ressourcen, Beziehungs- und Verhaltensweisen im dritten Raum werden mittels sechs herausgearbeiteten Typen charakterisiert und im Workshop dargestellt.  
Die Perfektionisten
Die Gruppe der Perfektionisten kompensiert ihr niedriges Selbstwertgefühl mit hohem Leistungsanspruch. Die auf Perfektion ausgerichteten Vorstellungen kommen auf verschiedenen Ebenen zum Ausdruck.
 Die Grenzenlosen/sich Verlierenden
In den Bildern der Grenzenlosen zeigen sich charakteristische Gestaltungs- und Ausdrucksweisen. Diese Menschen brauchen Präsenz und Kontrolle unterstützende Rahmen, - Struktur und Orientierung gebende Techniken.
Die Hyperaktiven
Die Angst vor Gefühlen und Leere erschweren den Hyperaktiven Vertiefung und Hingabe. Verschiedene gestalterische Interventionen ermöglichen den Betroffenen, Freude am künstlerischen Schaffen zu entwickeln.
Die Blockierten
Die Gruppe der Blockierten nehmen Gefühle und Emotionen reduziert wahr. Die Balance zwischen Förderung der Selbstakzeptanz und  Impulsieren von Schritten ins Vermeidungsland sind  zentral.
Die Autonomen
Die Überlebensstrategie der Autonomen ist Vermeidung von Abhängigkeit und Schwäche. Es zeigen sich Unverbindlichkeit, Misstrauen und ein starkes Autonomiebedürfnis.
Die Angepassten
Bei den Angepassten geht die Ausrichtung auf das Wohl der anderen auf Kosten des Selbstkontaktes, das Wahrnehmen eigener Grenzen und Willensimpulse.  Spannungen im Raum können zu Auslösern für Schuldgefühle, Anspannung und Dissoziation führen.

Literatur: Peter Sinapius, Annika Niemann: Das Dritte in Kunst und Therapie, Peter Lang Verlag, 2011
Luise Reddemann, Imagination als heilsame Kraft, Klett Verlag, sechste Auflage, 2002
Von Spreti, Martius, Förstl: Kunsttherapie bei psychischen Störungen, Urban und Fischer Verlag, zweite Auflage, 2012

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