Die neue ICD-11: Impulse für Diagnostik und Behandlung

Die neue ICD-11: Impulse für Diagnostik und Behandlung

Andreas Maercker

Am 1. Januar 2022 tritt offiziell die ICD-11 in Kraft und damit auch das neue Kapitel zu "Spezifischen belastungsbezogenen Störungen", zu denen die klassische und die komplexe PTBS, die Anhaltende Trauerstörung und die neuformulierte Anpassungsstörung gehört. In den deutschsprachigen Ländern wird 2022 allerdings noch nicht die Codierungspflicht mit dem ICD-11 eingeführt, sondern zu einem späteren Zeitpunkt. Als State-of-the-Art, insbesondere im Gutachtenbereich, sind die neuen Diagnosen allerdings jetzt schon aktuell.
Mein Überblicksvortrag widmet sich den neuen Entwicklungen in der Diagnostik, der Beschreibung der jeweiligen Pathoätiologien bzw. Störungsmodelle sowie der Impulse für die Behandlung und das klinische Management. In vielen europäischen Ländern arbeiteten Arbeitsgruppen intensiv in der Einführung der ICD-11 Diagnosen und ihrer Validitätsuntersuchungen. Dazu gibt es interessante Entwicklungen in anderen Weltregionen und bei Geflüchteten, z.B. zur Anhaltenden Trauerstörung.
Abschliessend gehe ich auf offene Probleme ein, wie die Unterschiede zum DSM-5-System und die Überlappungen der Diagnosen beispielsweise mit den dissoziativen Störungen und der Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Fr 0:00 - 0:00