Angesichts der momentanen Situation in Bezug auf die erneute Ausbreitung des Coronavirus ist die Planung der DeGPT Jahrestagung nicht ganz einfach. Die Tagungsverantwortlichen arbeiten derzeit intensiv daran zu prüfen, welche digitalen Optionen möglich sind. Aufgrund derzeitiger Entwicklungen müssen wir aktuell eine Präsenzveranstaltung in Würzburg leider ausschließen. Über die digitale Veranstaltung werden wir Sie sobald wie möglich informieren. Wir danken für Ihr Verständnis.

Bleiben Sie gesund!

Im Namen der Tagungspräsidentin und des Organisationskommittees, 

Ruth Ebbinghaus, Andrea Iff-Kamm, Jochen Binder, Maria Böttche und Birgit Kleim

Anja Kutzer, Simone Mollenhauer und Kerstin Stahl

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

seelische Traumata können eine Folge gesellschaftlich, religiös oder politisch geprägter Handlungen von Staaten oder Gruppierungen sein. Dies betrifft z.B. traumatische Ereignisse, die in Institutionen stattfinden oder durch Krieg, Terror, politische Verfolgung oder Zwangsdoping ausgelöst werden. Sie können aber auch im persönlichen oder beruflichen Umfeld entstehen. Häufig liegen hier körperliche, sexuelle Gewalt, Unfälle oder berufsbedingte Traumata zugrunde. Immer aber sind Staat und Gesellschaft in der Verantwortung, die Traumata und ihre Folgen durch juristische und soziale Maßnahmen zu regulieren und Hilfsangebote zu schaffen.

Bei der gesellschaftlichen und juristischen Aufarbeitung von Traumata ergeben sich vielfältige Probleme: Wie werden bei traumatisierenden Straftaten die Täter verfolgt und verurteilt? Werden die Opfer ausreichend geschützt? Welche Rolle spielen die Gutachter in der Prüfung der Glaubhaftigkeit der Betroffenen? Wie ergeht es den Betroffenen in den Strafverfahren? Wie können die Behandelnden mit den Belastungen umgehen, denen die Betroffenen während der Ermittlungs- und Gerichtsverfahren ausgesetzt sind? Wie verhalten sich die Medien zu Straftaten, Tätern und Opfern? Wie hat der Staat die Opferentschädigung geregelt? Was erleben die Betroffenen in den Entschädigungsverfahren? Welche Rolle spielen Ausbildung, Fachkenntnisse und Einstellungen der Gutachter? Gibt es genügend Hilfs- und Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene? Welchen Belastungen werden Polizei, Rettungskräfte und andere Helfende in Zeiten zunehmender Verrohung der Gesellschaft ausgesetzt?

In den Vorträgen und Symposien der Konferenz sollen die unterschiedlichen Aspekte des Themas, und das bedeutet vor allem: die vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen Betroffenen, Gesellschaft, Staat und Justiz dargestellt und Erkenntnisse aus Forschung und Praxis vermittelt werden. Darüber hinaus werden, wie auf unseren Tagungen üblich, auch andere aktuelle wissenschaftliche und klinische traumaspezifische Themen behandelt.

Wir laden Sie herzlich nach Würzburg ein, gemeinsam die DeGPT-Tagung 2021 zu gestalten, einen anregenden fachlichen Austausch zu führen und an sicherlich fruchtbaren Diskussionen über Theorie und Praxis teilzunehmen.

Ruth Ebbinghaus
Andrea Iff-Kamm


Keynote Speaker:

Prof. Dr. Jose Brunner, em., Universität Tel Aviv

Dr. Jan-Christoph Bublitz, Universität Hamburg

Dr. Jochen Buhrmann, Helios Kliniken Schwerin

Prof. Dr. Harald Dreßing, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim

Claudia Fischer, Freie Journalistin, Bielefeld

Prof. Dr. Martin Grunwald, Universität Leipzig

Jörg Radek, Bundesvorstand der Bundespolizei, Berlin

Prof. Dr. Herbert Scheithauer, Freie Universität Berlin


Preconference-Workshop-Referenten*innen:

Stephanie Antor, Oberlandesgericht, München

Lutz Besser, Zentrum für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachsen

Dr. Melanie Büttner, Technische Universität München

Dr. Doris Denis, Praxis, Berlin

Claudia Drechsel-Schlundt, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

Claudia Fischer, Freie Journalistin, Bielefeld

Dr. Ferdinand Haenel, Berlin

Dr. Helmuth Rießbeck, Praxis, Traumahilfezentrum Nürnberg e.V.

Prof. Dr. Martin Sack, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

Dr. Walter Schurig, Klinik via mentis Düsseldorf